gendreck ade – noch ein feld besetzt!

Ja, Ja in und um die Börde passiert viel dieses Jahr.

Seit heute morgen stehen nun auch Tripod und Betonklotz einer weiteren unabhängigen Aktivistengruppe auf einem Gen-Mais versuchsgelände in Braunschweig. dort sollte, neben einem wohl inzwischen gecancelten Mon810 versuch, der anbau einer weiteren Gv-maislinie, die nicht vom verbot betroffen war, erfolgen. daraus wird erstmal nichts, laut infos der „Braunschweiger zeitung“ haben die verantwortlichen für den GvO versuch gegenüber den besetzern eine duldungserklärung abgegeben. Die metode GvO Vereisetzungen im rambo-style duchzuprügeln, wie zuletzt in Üplingen (BioTech Farm), Groß Lüsewitz (Biovativ) und Dreileben(KWS), scheint erst mal ausgesetzt.

Hier die PM der Aktivistis:

FeldbesetzerInnen fordern: Die Gentechnikfelder in Braunschweig stoppen!

Es ist Freitagmorgen, 24. April. Auf dem Ex-FAL-Gelände an der Bundesallee im Westen der Stadt steht kein genmanipulierter Mais, sondern Zelte, ein Turm und ein Betonblock. Rundherum sind Menschen, die mit der Besetzung einer Fläche nicht nur gegen die Genversuche demonstrieren, sondern diese verhindern wollen. Ihr Motiv: Während bis zu 80 Prozent der Bevölkerung die Agrogentechnik ablehnen, sind Konzerne und staatliche Institutionen fast durchgehend damit beschäftigt, die Gentechnik weiterzuentwickeln. Damit Deutschland vorne dranbleibt in der Welt – egal, wie schlecht die Idee ist.

„Unser Ziel ist: Gar keine Agrogentechnik!“ verkünden die FeldbesetzerInnen selbstbewusst. Denn deren Ziele würden insgesamt nicht sinnvoll sein – da helfen auch keine Nachforschungen zur Sicherheit der Technik, wie sie in Braunschweig geplant sind. Die Kritik der AktivistInnen:

* Unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen dienen Forschung und Produktion vor allem dem Macht- und Profitausbau. Wer die Augen aufmacht, sieht das überall: Sozialabbau, Konkurrenzkämpfe am Arbeitsmarkt, Abzocke und kriminelle Methoden bei großen und kleinen Firmen, Überwachungsskandale bei Staat und Konzernen.
* Bei der Agrogentechnik ist es genau so. Sie soll und wird Nahrungsmittel und Saatgut künstlich verknappen. Dadurch passiert genau das Gegenteil von dem, was die Propaganda sagt: Hunger und Abhängigkeiten werden erzeugt, weil das die Profite erhöht. Durch Gentechnik lässt sich Leben patentieren, können gezielte Veränderungen der Gene die Vermehrung von Saatgut verhindern oder bestimmte Pflanzen an firmeneigene Spritzmittel gekoppelt werden. Gentechnik ist – so eingesetzt – eine Waffe (Infoseite zu emanzipatorischer Gentechnikkritik).
* Diese Kritik trifft auch die Versuche in Braunschweig. Die sollen untersuchen, welche Wirkung die Gentechnik hat. Aber: Wer untersucht, wie genau die Waffe trifft, welche Wirkung sie beim Opfer hinterlässt und wer alle noch getroffen wird, ist Mitentwickler der Waffe. Sicherheitforschung, wie die Versuche in der Propaganda bezeichnet werden, ist nichts als Propaganda und ein Trick an dicke Fördertöpfe aus Steuergeldern zu kommen.

Warum eine Besetzung?

Aus dem Informationsblatt der FeldbesetzerInnen, das diese rund um die Versuchsfläche verteilen:

Die Ausbreitung der Gentechnik muss auch an den Feldern gestoppt werden! Massenweise Unterschriftenlisten, dazu bunte Broschüren mit Tipps zum gentechnikfreien Einkauf – nicht zu vergessen die Propaganda der Parteien, die mit Gentechnikkritik Wählerstimmen fangen wollen. Das alles kennen Sie wahrscheinlich. Es hat aber eine entscheidende Schwäche: Die Pollen der gentechnikveränderten Pflanzen, Bienen und Mikroorganismen fragen nicht danach, wer gerade welche Lebensmittel kauft. Sie werden einmal ausgebrachte gv-Pflanzen (gv = gentechnisch verändert) verbreiten von jedem Feld aus. Unaufhaltsam. Auch von ganz wenigen Feldern wird die Gentechnik ihren Siegeszug antreten – und deshalb machen die geldgeilen Forschungsinstitut und profitorientierten Konzerne weiter, immer Mithilfe von Behörden, in denen Gentechnik-Seilschaften die Fäden ziehen. Eine gentechnikfreie Landschaft kann also nur erhalten bleiben, wenn es gelingt, die Ausbringung zu verhindern. Oder anders: Die Entscheidung findet auf den Feldern statt. Eines davon soll hier in Braunschweig angelegt werden. In den nächsten Tagen fallen die Würfel: Gelingt es, die Aussaat zu blockieren, ist die Region Braunschweig in diesem Jahr komplett gentechnikfrei. Unterstützt uns bei diesem Ziel: Kommt zum Feld, besetzt die Fläche mit oder macht Aktionen vor den Toren. Ruft die Verantwortlichen bei Behörden, dem Von-Thünen-Institut und RWTH Aachen an. Gewinnt mehr Menschen dafür, auf eine der vielen möglichen Wege „Nein“ zu sagen zu dieser Technik, die nur den Profiten dient.

Kontakt und mehr Infos

* Aktionsseite zum besetzten Feld in Braunschweig auf www.gentech-weg.de.vu
* Infoseite zu Feldbesetzungen 2009 (mit Lageplan zum besetzten Feld in Braunschweig)
* Aktionstelefon am Feld: 01522-9990199
* Hintergründe zu Genfeldern in Braunschweig: www.julius-kungel-institut.de.vu
* 8-seitiges Argumentepapier zu den Genversuchsfelder in Braunschweig

Das ehemalige FAL-Gelände, auf dem die Versuchsflächen besetzt wurden, liegt in Braunschweig an der Bundesallee. Die große, normalerweise eingezäunte Fläche ist im Westen der Stadt mit dem Bus „M11“ Richtung Lamme gut erreichbar. Gegenüber einen Fuß- und Radweg am nördlichen Rand des Stadtteils Kanzlerfeld liegt ein Eingangstor auf das Gelände an der Bundesallee. Von diesem ist das besetzte Feld einfach zu erreichen. Allerdings ist unklar, ob der Zugang nicht von Sicherheitskräften verwehrt wird, denn das Gesamtgelände ist ansonsten eingezäunt. Ebenso unklar ist, ob es eine schnelle Räumung gibt oder das Feld gehalten werden kann. Laut Versuchsleiter Dr. Stefan Rauschen von der RWTH Aachen soll die Aussaat bis Mitte Mai erfolgen. Bis dahin ist also Zeit, durch diesen und weitere Proteste den Versuch politisch zu stoppen.

Hinweis auf weitere Aktivitäten:

Am 25. April planen Bürgerinitiativen eine Fahrraddemonstration gegen Gentechnik aus der Braunschweiger Innenstadt (11 Uhr Start am Ringerbrunnen) hinaus zum FAL-Gelände. Dort beginnt dann eine 14-tägige Mahnwache vor dem Eingangstor. Informationsseite für ein gentechnikfreies Braunschweiger Land: www.bs-gentechfrei.de.