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Groß-Lüsewitz: Erneut Genfeld besetzt

Letzte Nacht haben unabhängige Aktivist_innen ein Versuchsgenfeld bei Groß Lüsewitz (nahe Rostock) besetzt, um die Aussaat genetisch manipulierter Organismen zu verhindern. Mit dieser direkten Aktion leisten sie Widerstand gegen die gefährliche und nur an Profiten orrientierte Grüne Gentechnik.
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Flyer Aktionswochenende

Flyer als PDF (Format A5) und als Bilddatei:

Einladung zu einer Veranstaltung über die Biotechfarm in Üplingen

*Donnerstag, 26. März 2009 um 19 Uhr*

*in der Kirche in Warsleben (Pfarrgasse, Gemeinde Ausleben)*

*Seilschaften in der Gentechnik*

Kennen Sie Filme oder Bücher über den Gentechnik-Konzern Monsanto? Fast immer decken die AutorInnen dort den intensiven Filz zwischen Konzern und Aufsichtsbehörden auf. Doch St. Louis, der Firmensitz des Round-up- und Agent-Orange-Herstellers in den USA, ist weit weg. Wie sieht es aber in Deutschland aus? Oder hier vor Ort? Kein Stück besser. Zwischen Konzernen, Forschung, Behörden, Parteien und Lobbyisten herrscht ein mafiöses Geflecht. Einer der Orte, an denen es sichtbar wird, ist der kleine Ort Üplingen. Ein Projekt, dass eigentlich als Modellprojekt der Nachhaltigkeit dienen soll(te) und in das entsprechend hohe Fördergelder flossen, wurde handstreichartig übernommen.

Ein FDP-Landtagsabgeordneter, der schon im Gentechniksumpf des IPK in Gatersleben mitmischte, organisierte die Übernahme – und holte eine erprobte Seilschafterin ins Boot: Seit April 2008 ist Kerstin Schmidt Geschäftsführerin der Biotechfarm. Sie ist Mathematikerin und seit Jahren vor allem eines: Firmen gründen und Fördermillionen in diesen versickeren lassen. Der Gentechnik-Schaugarten in Üplingen setzt eine ganze Region der Auskreuzungsgefahr durch verschiedene Pflanzen aus. Ein Ziel der als Freisetzungsversuche vom Behördenfilz genehmigten Flächen wird nirgends genannt. Es gibt keinen. Außer die Fördermillionen, die Schrader, Schmidt & Co. hier in eigene Firmennetze hineinpumpen.

In der aktuellen Veröffentlichung „Organisierte Unverantwortlichkeit“ hat der Autor Jörg Bergstedt minutiös die Seilschaften zwischen Behörden, staatlicher und privater Forschung, Konzernen und Lobbyorganisationen durchleuchtet: „Es gibt keine unabhängigen Stellen und überall herrschen Seilschaften, die keinen Zweifel an ihrer Befürwortung der Gentechnik lassen“. Genehmigungsverfahren würden ausgehebelt und viele Millionen Forschungsgelder in windige Firmenkonstruktionen umgeleitet. Die Biotechfarm in Üplingen hat, neben drei weiteren Standorten, ein eigenes Kapitel in der Schrift: „Hier entstehen mafiose Geflechte von Kleinstunternehmen, zwischen denen Aufträge und Gelder hin- und hergeschoben werden, bis sich ihre Spur auf den Konten der Beteiligten verliert“.

Jetzt kommt der Autor in die Nähe der Biotechfarm und zeigt einen tiefen Blick hinter die Kulissen der Gentechnik mit ihren skandalösen Zuständen bei Genehmigungen und Geldvergabe. Der Vortrag ist eine erschütternde Erklärung, warum eine 80-prozentige Ablehnung gegenüber der grünen Gentechnik so wenig Wirkung hat: „Wer sich auf staatliche Stellen verlässt, ist verlassen. Gentechnikfreiheit gibt es nur dann, wenn die 80 Prozent Ablehnung sich auch zeigen – und zwar nicht nur per Stimmzettel, Protestmail oder am Supermarktregal!“

Mehr auch im Internet:

- www.biogeldfarm.de.vu

- www.biotech-seilschaften.de.vu

Zusätzlicher Termin:

Donnerstag, 25.3. in Braunschweig, ca. ab 21 Uhr im SUB, Kuhstr. 28

Proteste gegen Schaugarten weiten sich aus

Üplinger GenfeldbesetzerInnen kündigen erneute Besetzung an

In der Nacht vom 12.3. auf den 13.3. wurde der Schaugarten für gentechnisch veränderte Pflanzen der BioTech Farm in Üplingen, 50 km westlich von Magdeburg, von Anti-GentechnikaktivitInnen besetzt und schon am 13.3. um 19:30 Uhr war er wieder komplett geräumt. Doch die BesetzerInnen geben nicht auf und kündigen weitere Aktivität gegen den Schaugarten und Gentechnik im Allgemeinen an und veranstalten ein ganzes Aktionswochenende vom 17. – 19.04., in dessen Rahmen das Feld erneut besetzt werden soll.

Die Räumung offenbart ein weiteres Mal die Art, der von der BiotechFarm angepriesenen „Diskussion“ über Gentechnik: Gegenpositionen werden kaltblütig abgeräumt – obwohl dazu zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht die geringste Notwendigkeit bestand. Die Aussaat der gentechnisch veränderten Pflanzen, wird witterungsbedingt frühestens Ende März möglich sein. „Bis dahin hätten die Betreiber nicht den geringsten Schaden durch die Besetzung gehabt. Außer natürlich den, dass AnwohnerInnen und Interessierte aufs Feld gekommen wären, uns gefragt und erzählt hätten, und somit vielleicht ein anderes Bild von der Biotechfarm und der Gentechnik erhalten hätten, als es Herrn Schrader lieb ist.“ meint Juliane Regensburger, eine der BesetzerInnen.

Doch auch durch einen brachialen Polizeieinsatz werden sich die Anti-GentechnikaktivistInnen nicht einschüchtern lassen und ihren Widerstand fortführen.
Stattfinden wird ein Aktionswochenende vom 17. – 19.04.2009 mit Vorträgen und Diskussionen rund um Gentechnik und die BioTech Farm, Konzerten, einer Podiumsdiskussion, die auch schon für die 1. Feldbesetzung geplant gewesen ist und zu der unter anderem Sigmar Groeneveld ( Professor für ökologische Landwirtschaft an der Uni-Kassel), Christof Potthof (Gen-Ethisches Netzwerk) und natürlich auch erneut die Geschäftsführung der BioTech Farm (Kerstin Schmidt und Uwe Schrader) eingeladen wurde. Abschließend wird es eine Fahrradkaravane durch umliegende Orte geben, deren Ziel eine erneute, diesmal öffentlich angekündigte Besetzung des Schaugartens ist.

Im Aufruf der AktivistInnen heißt es hierzu:
„Gentechnik, und diejenigen, die sie fordern und anwenden, wollen das Land und die Lebewesen darauf beherrschen. Noch mehr Herrschaft braucht kein Mensch auf dieser Welt, deshalb wollen wir mit einer „Reclaim your Genfeld – Party“ das zurückholen was uns und allen gehört.“

Wir im Fernsehen

http://www.mdr.de/sachsen-anhalt-heute/

Presse zur Aktion:

Mitteldeutsche Zeitung

Monsters and Critics

Ad-Hoc-News

Volksstimme.de

junge Welt

19:36Uhr: Das gesamte Feld ist nun geräumt

Auch die letzte Aktivistin wurde aus dem Beton Fass entfernt. Es sind alle FeldbesetzerInnen auf freiem Fuss, es wurde niemand verletzt und das gesamte Material der Besetzung konnte wieder mitgenommen werden. Die Bio Tech Farm konnte diese Besetzung beenden, damit aber nicht den Widerstand gegen sie. Denn sie haben gezeigt dass sie Angst haben vor kritischer Öffentlichkeit und diese deßhalb nicht zulassen wollen. Wir allerdings wollen nicht dass die Bio Tech Farm Stimmung für die Gentechnologie per Gehirnwäsche macht. Deßhalb werden wir weiter Widerstand leisten und nerven wo wir können.

18:51Uhr: Nur noch eine Person ist festgekettet

Auch die dritte Person wurde inzwischen aus dem Beton Lock-On rausgeholt.

17:38 Zweiter Aktivist wurde aus Beton Lock-On geholt

17:05Uhr: Erste Aktivistin wurde aus Betonfass geholt

Die erste von 4 AktivistInnen wurde gerade aus dem Fass geholt. Sie wird anscheinend mit in Gewahrsam genommen. Alle anderen FeldbesetzerInnen sind bisher gleich wieder auf freien Fuss gesetzt wurden.